Sonntag, 11. Dezember 2016

Weihnachtsstimmung...

...wenn auch ganz anders!

Hey Ihr Lieben,
auch hier in Arequipa kann man erkennen, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Dennoch möchte das einfach nicht in meinen Kopf. Es gibt am Hauptplatz zwar einen riesigen geschmückten Weihnachtsbaum und in den Geschäften wird Weihnachtsmusik gespielt, aber irgendwie wirkt das alles ziemlich surreal, wenn man die Palmen neben dem Weihnachtsbaum und die vielen heißen Sonnenstunden pro Tag beachtet.



Im Kinderheim haben wir letztens schon fleißig Plätzchen gebacken. Es war ein riesen Spaß für alle und die Plätzchen waren echt lecker!!!








Außerdem ist jetzt die Zeit der Weihnachtsfeiern. Fast jeden zweiten Tag kommt eine andere Firma oder Schule zu Besuch und es gibt Pannetton (typisches Weihnachtsgebäck hier, so ähnlich wie Stollen). Außerdem bekommen die Kinder Geschenke. Letzte Woche war zum Beispiel die Rezeption von einem großem Hotel da und hat neue Kopfkissen gespendet. Ich bin mal gespannt wie viele Weihnachtsfeiern es noch geben wird :)

Euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit mit hoffentlich mehr Vorfreude und Weihnachtsstimmung als hier bei mir..
Eure Nadi

Neues aus dem Kinderheim

Hey Leute,

heute lade ich euch mal wieder ein paar Fotos von den Kindern hoch.
Wir haben in den letzten Wochen 3 neue Mädchen bekommen, Milagros (14), Flor (16) und Soledad (18). Sie haben sich von Anfang an gut eingelebt und verstehen sich super mit den anderen Mädels!













Liebe Grüße 
eure Nadi

Samstag, 3. Dezember 2016

Stierkampf

Hola otra vez,

heute bin ich ganz schön fleißig, oder ? :D schon der dritte Eintrag heute.. Liegt aber ganz allein daran, dass ich ein bisschen hintendran hänge!

Vorletztes Wochenende waren wir mit Freunden in Cayma (dem Stadtteil, wo auch das Kinderheim ist)  bei einem Stierkampf. Am Anfang hatten wir alle ein bisschen Schiss, dass es ziemlich brutal wird, weil es hier wohl auch welche gibt, die erst durch den Tod des einen Stiers zu Ende sind. Aber hier ging es wirklich ausschließlich um die Kraft der Stiere. Sobald ein Stier also merkt, dass er nicht mehr kann rennt er weg und dann hat der andere gewonnen. Meistens haben die Kämpfe dann gerade mal eine Minute gedauert oder so. Aber je später, desto stärker wurden die Stiere und so hat der letzte Kampf zwischen den besten beiden 42 Minuten gedauert und ich muss sagen, es war schon spannend und cool, mal gesehen zu haben. Danach sind wir dann noch zu David und Nina nachhause gegangen und haben zusammen gegessen und Doppelkopf gespielt (Jaaa, ich kann jetzt Doppelkopf, kann das jemand von euch zuhause ? Dann müssen wir das mal spielen, wenn ich wieder da bin! Was übrigens gar nicht mehr so lange dauert, denn ich hab schon mehr als die Hälfte meiner Zeit hier hinter mir... krass oder ?).
Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Sonntag :)




Promoción 2016

Hallihallo,

Dieses Jahr gibt es zwei Kinder, die die 6-jährige Primaria also Grundschule beenden. Omar und Guadas. Um den Abschied zu feiern, gibt es hier die sogenannte Promoción. Das ist eine Feier mit der Lehrerin, dem Schulleiter, der Klasse und den Familien bzw. Eltern der Kinder. Da Omar und Guadas mich gefragt haben, ob ich denn gerne mitgehen möchte, hab ich mich dann also am 19. November schick gemacht und die beiden zu ihrer Promoción begleitet. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass ich schön viele Bilder machen kann, aber das konnte ich mir abschminken, da ich fast die ganze Zeit als "Mama" am Programm teilnehmen musste. Zu Beginn wurde jedes Kind von einem Elternteil in den Raum hineingeführt und es wurden Bilder gemacht, während der Moderator etwas über das Kind erzählt hat. Ich hatte die Ehre, gleich zwei Kinder zu begleiten. Danach gab es ein paar Reden und Vorführungen von den Kindern und die Zeugnisse wurden jedem einzeln überreicht. Auch da musste ich wieder mit nach vorne und bin nun auf den Erinnerungsfotos der beiden drauf. Danach wurde getanzt, da war ich also auch wieder in Action und Guadas und ich hatten viel Spaß beim Tanzen. Doch damit war nicht genug. Als Überraschungsgast kam nämlich noch ein Clown, der wieder alle Eltern und so auch mich miteinbezogen hat und wir mussten tanzen, uns Sprüche ausdenken, und diese so laut wie möglich schreien, eine Person aus unserer Gruppe so lustig wie möglich mit verschiedenen Accessoires verkleiden und vieles mehr. Zum Schluss gab es dann noch ein leckeres Abendessen und Torte und dann hat sich die Feier auch ganz schnell und plötzlich aufgelöst. Es war für mich ein sehr anstrengender, aber auch sehr sehr schöner Abend. Vor allem ist es schön, für die Kinder wenigstens ein kleiner Elternersatz zu sein, damit sie so einen Moment nicht alleine erleben müssen. 

Natürlich haben wir vorher schon ein paar Bilder gemacht und hatten wie ihr sehen werdet viel Spaß:












Fußballfieber

Hallo Ihr Lieben,

nach dem die letzten Einträge eher nicht mit der Arbeit zu tun hatten, nun mal wieder neues aus dem Kinderheim.

Am 14.10. war der 15. Geburtstag von Omar. Omar ist ein großer Fußballfan und spielt auch selbst ziemlich gut. Da trifft es sich gut, dass Melgar, die Fußballmannschaft von Arequipa in der peruanischen Liga gar nicht schlecht aufgestellt ist. Letztes Jahr wurden sie sogar Meister und dieses Jahr sind sie auch schon wieder im Halbfinale. 

Ich hab Omar zum Geburtstag dann also einen Besuch im Stadion U.N.S.A. in Arequipa geschenkt. Gespielt hat Melgar Arequipa gegen Real Garcilaso. Am 2. November sind wir dann also mittags nach der Schule mit dem Taxi losgefahren. Willy ist dann auch noch mitgekommen, weil Omar ihn unbedingt dabei haben wollte. Die beiden Jungs haben dann noch ein Trikot bekommen, Omar als Geburtstagsgeschenk von José Luis und Willy von David, ein Deutscher, der an der deutschen Schule hier arbeitet und der mit noch ein paar anderen Deutschen auch im Stadion war. Der Eintritt hängt hier total vom Gegner ab! Da Real Garcilaso nicht so gut ist, hat der Eintritt grad mal 6 Soles pro Person gekostet (das sind ungefähr 1,60€). Für Willy war es der erste Stadionbesuch und für Omar der zweite, obwohl beide total fußballverrückt sind, also war es bestimmt ein schönes Erlebnis für sie. Leider ist letztendlich kein Tor gefallen und es war auch nicht viel los im Stadion, aber dafür ist die Aussicht von der Tribüne aus der Hammer!





Das war dann wohl doch ein anstrengender Ausflug, denn die Rückfahrt wurde eine gaaaaanz stille Taxifahrt :D

Bis bald, eure Nadi!

Samstag, 26. November 2016

Am Limit!

Hola chicos!

am 29. und 30. Oktober ging es für mich hoch hinaus!!! Zusammen mit ein paar Freunden wollten wir den 6075m hohen Chachani hochklettern. Der Chachani ist einer der Vulkane rund um Arequipa. Chachani ist Quechua (eine einheimische Sprache in Peru) und bedeutet "Weiße Dame", ihr könnt euch also vorstellen, dass der Chachani so hoch liegt, dass er fast  das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt ist. Wir haben uns also eine Tour gebucht und sind dann am Samstag morgen zusammen mit unserem Guide zu einem Trekkingladen gegangen und haben unsere Ausrüstung ausgeliehen. In meinem Fall war das: Wanderschuhe, Schneehose, Winterjacke, dicke Handschuhe, Schlafsack, Isomatte, Zelt, Geschirr und Besteck, und eine Stirnlampe.

Dann sind wir alle vollgepackt mit dem Jeep zum Chachani gefahren und schon mal auf eine Höhe von ca 5000m gefahren. Von dort aus ging es dann mit dem ganzen Gepäck 2 Stunden lang zum Basislager (5200m). Dort haben wir uns dann ausgeruht und den Nachmittag genutzt, um uns ein bisschen an die Höhe zu gewöhnen und unsere Zelte aufzubauen.





Abends haben wir dann noch ein wunderschönes rotes Licht gesehen uns sind dann auch schon schlafen gegangen.




Wir konnten allerdings alle nicht so gut schlafen, da es eiskalt war und die Höhe einem dann doch zu schaffen macht, wenn auch unbewusst. Um 1 Uhr morgens hat dann unser Wecker geklingelt, wir sind aufgestanden, haben gefrühstückt und sind quasi mitten in der Nacht (deswegen auch die Stirnlampe) los gelaufen. Es war ein sehr sehr anstrengender und daher auch stiller Aufstieg und nach jeden 100 Höhenmetern haben wir eine Pause gemacht. Ich war glaub ich noch nie so nah an meiner Grenze. Nach der Hälfte der Strecke und ca 2,5 Stunden wandern, wurden wir dann mit einem atemberaubenden Blick auf das Colcatal, in dem immer mehr von der aufgehenden Sonne angestrahlt wurde, belohnt.






Hier auf dem Bild sieht man schon den Schatten der Spitze des Chachani, in echt haben wir ihn da allerdings noch nicht gesehen. Wie das leider so ist, spiegeln die Bilder nicht ansatzweise das Gefühl wieder, da oben zu stehen und dieses riesige Tal zu sehen und zu beobachten wie immer mehr angeleuchtet wird, je höher die Sonne steigt. Allein für diesen Anblick hat sich die erste Hälfte des Weges schon gelohnt! Trotzdem haben wir natürlich nicht aufgegeben und sind weitergewandert. Letztendlich haben wir den Aufstieg von insgesamt knapp 900 Höhenmetern in weniger als 5,5 Stunden geschafft. Da waren wir schon ganz schön stolz drauf, vor allem weil in den Reisebüros immer 7 bis 8 Stunden hochwandern angegeben werden :D *stooooolz*

Jaaaa, als wir dann oben waren, war die ganze Anstrengung sofort vergessen! Es war ein Hammer Gefühl!!!!! Hier ein paar Bilder von GANZ oben, mit Gipfelkreuz.









Das ist unsere Gruppe. Von llinks: ein Brasilianer, unser Guide, Paul, Svenja, ich, Basti und Sabrina. 

Nach einer halben Stunde ausruhen und Aussicht genießen, haben wir uns dann wieder auf den Abstieg gemacht. Und zwar ging es den ganzen Weg "rutschend" (wie beim Skifahren) einen steilen Abhang mit kleinen Steinen und Erde innerhalb von nur eineinhalb Stunden wieder nach unten. Durch den schnellen Höhenunterschied hab ich voll Druck auf den Ohren bekommen und letztendlich auch Kopfschmerzen, deswegen war ich froh als wir dann endlich unten angekommen sind. Nach kurzem Ausruhen ging es dann allerdings schon weiter mit Zelte abbauen und Gepäck zusammenpacken und dann die 2 Stunden wieder zurück zum Auto. Das war nochmal sehr anstrengend. Erstens wegen dem Aufstieg vom Morgen, zweitens wegen der SEHR kurzen Nacht und drittens hatten wir alle einen schweren Rucksack mit Zelt, Isomatte und Schlafsack auf den Rücken. Auf der Jeepfahrt nach Hause haben wir dann wieder alle geschlafen, so kaputt waren wir. 

Fazit: Mega mega anstrengend, aber hat sich mehr als gelohnt! Jedes mal wenn ich von der Stadt aus auf den Chachani gucke, denke ich mir stolz: "Da oben war ich!" :D

Bis bald, 
eure Nadi